Das vermeiden von unnötigen Fehlern bei der Behandlung und dem Gebrauch
Ihrer Segel spart Ihnen mit wenig Aufwand viel Geld und Ärger.
Inhaltsverzeichnis:
1.Lagerung und Transport von CRUISING, CLUB RACING und ONE DESIGN Segeln
2. "Einsegeln" beim ersten Gebrauch auf dem Wasser
3. Segelpflege beim Gebrauch auf dem Wasser
3.1 Gefahr Nr. 1 - Killenlassen von Segeln
3.2 Gefahr Nr. 2 - Salinge, scharfe Kanten, Splinte und kantige Beschläge
3.3 Gefahr Nr. 3 - Überbelastung von Segeltüchern
3.4 Gefahr Nr. 4 - Fett, Dreck, Blut und Industriestaub
3.5 Gefahr Nr. 5 - UV-Strahlung
3.6 Gefahr Nr. 6 - Setzen, Bergen, Ausreffen und Wenden
4. Wichtiger Hinweis
- Lagerung und Transport von CRUISING, CLUB RACING und ONE DESIGN Segeln
CRUISING Segel sollten immer trocken und gefaltet (parallel zum Unterliek) aufbewahrt und transportiert werden.
CLUB RACING und ONE DESIGN Segel, meist aus mittel- oder stark geharzten Tuchen gefertigt, sollte man nach Möglichkeit rollen, da bleibende Knicke (Weißbrüche) nur so vermieden werden können.
- Muß das Segel trotzdem gefaltet werden, weil es z.B. im Unterliek sehr lang ist, oder anders nicht transportiert werden kann, achten Sie bitte darauf, nicht immer dieselben Falten zu legen und die Fenster nicht zu knicken, denn Falten und Knicke im Fenster verschlechtern den Windabfluß bei leichtem Wind und schwächen die Stabilität des Segels und des Fensters.
- Die Lebensdauer eines Segels wird durch Falten jedoch nicht übermäßig beeinflußt. Bei längerer Lagerung, z.B. im Winter sollten Sie darauf achten, daß die Segel, besonders CLUB RACING und ONE DESIGN in einem trockenen Raum gelagert werden.
- CRUISING
Segel sind aus geschmeidigerem Tuch als Regattasegel gefertigt, und können, sofern trocken, problemlos gefaltet gelagert werden.
Achtung:
Häufig sieht man, daß Groß, Focks und Genuas vom Kopfende her aufgerollt werden. Tun Sie das bitte nicht, denn Sie verbiegen und knicken die Kopfverstärkung des Segels!
- Gehen Sie besser so vor:
Legen Sie das Segel auf den Boden oder das Deck und klappen das Kopfende aus das Schothorn. Rollen Sie das Segel von der zweiten Latte, oder ab der zweiten Naht von oben doppellagig auf. Sie vermeiden so zu enges Rollen der Kopfpartie. Bei längerer Lagerung in gerolltem Zustand sollten die Latten im Großsegel entlastet werden, könnnen aber in den Lattentaschen verbleiben, was das Rollen vereinfacht.
- Rollen Sie die Segel abwechselnd in beide Richtungen. Sie haben so die Garantie, daß der Unterlieksbereich bei Focks und Genuas auf BB- und STB- Kursen gleich gut steht! Bei Focks und Genuas kann man nach dem gleichen Rollschema wie beim Groß vorgehen.
- Wenn Sie am Meer segeln, sollten Sie die Segel regelmäßig mit Süßwasser ausspülen (1x alle 8 Wochen), da das Harz im Tuch und die Nähte unter dem Salz, Schmutz und Regen leiden.
Spinnaker und Blister immer Trocken und salzfrei lagern. Besonders bei längerer Lagerung sollten Spi und Blister nicht in den Sack gestopft sondern gefaltet verstaut werden.
Legen Sie den Spi ausgebreitet auf den Boden. Halbieren Sie ihn, indem Sie die beiden Schothörner aufeinander legen. Jetzt lassen sich Spi oder Blister wie ein weißes Segel durch Übereinanderlegen von ca. 70 cm breiten Bahnen falten.
- "Einsegeln" beim ersten Gebrauch auf dem Wasser.
Genau wie ein Automotor sollten alle Segel "eingefahren" werden.
Stellen Sie sich vor, Sie haben neue Segel: CRUISING, CLUB RACING oder
ONEDESIGN. Sie gehen bei 4-5 Bft mit diesen Tüchern sofort hoch an den Wind, verlangen Ihrem Segel die Höchstleistung ab. Was passiert!?
- Die achterlichen Partien der Segel werden auf dem Amwindkurs extrem hoch belastet, die vorderen Partien dagegen fast nicht.
Resultat: Das Profil des Segels verlagert sich durch die ungleichmäßige Belastung in Tuch und Nähten nach achtern und bleibt für den Rest des Segellebens dort. Daraus resultiert mehr Ruderdruck und dazu weniger Leistung des Segels. Das wollen Sie doch nicht!!??
- Segeln Sie bei 3-4 oder mehr Wind mit Groß und Genua Halbwind, bzw. bei höheren Windgeschwindigkeiten auch Raumschots mit dichtem Großbaumniederholer und nach vorne versetztem Genuahaltepunkt ca. 30 - 40 Minuten abwechselnd auf BB- und STB. Die Nähte und Bahnen inden Segeln werden gleichmäßig belastet und vorgereckt.
- Gennaker, Blister und Spi sollten bei der ersten Ausfahrt nicht gleich "maximal hoch" am Wind ausprobiert werden. Fahren Sie erst einmal eine Stunde bergab, mit dem Spi Vordemwind mit Gennaker und Blister Raumschots, je nach Windstärke spitzer oder raumer zum Wind.
Ihre Segel werden es mit besserem Stand und höherer Leistung und Lebensdauer danken.
- Segelpflege beim Gebrauch auf dem Wasser
Gefahr Nr. 1 - Killenlassen von Segeln
Killen von Segeln ist der frühe Tod aller Tücher, egal ob Dacron oder Laminate: Hört der Segelmacher flatternde Segel, klatscht er innerlich in die Hände, weil der Kunde bald schon mit dem Hinweis kommen wird, daß das Segel leider schon "ausgelutscht" ist und er schon wieder neue Segel braucht.
Es ist wirklich so, daß man aus schlagenden Segeln die Hundermarkscheine "nur so rausfliegen sieht".
Achten Sie daher immer darauf, daß Groß, Genua und Fock dicht gefahren werden, daß das Achterliek nicht schlägt!
Dies gilt besonders für beim An- und Ablegen vom Steg und beim Regattasegeln für die Wartezeit vor dem Start.
Gefahr Nr. 2 - Salinge, scharfe Kanten, Splinte und kantige Beschläge
Prüfen Sie Ihr Boot peinlichst genau nach scharfen Kanten. Meist lassen sich Splinte, etc. mit Tesaband oder ähnlichem sauber abtapen und größeres Unheil im Vorfeld vermeiden.
Salinge kann man mit Lederflecken oder speziell dafür entwickelten Salingschützern versehen, oft hilft aber auch einfaches Tesaband. Beim Halsen sollte man verhindern, daß das Großsegel in die stehende Leebackstag schlägt. Eine sichere Methode das Segel im Achterlieksbereich mehr als nötig zu strapazieren.
Bei Wing-profil Großsegeln (durchgelattet) sollten die Berührungsstellen der Wanten an den Lattentaschen auf beiden Seiten abgeklebt werden, um eventuelles Durchscheuern auf Raum- und Vorwindkursen zu verhindern.
Beim Verstauen und Auftuchen eines Lattensegels ist es wichtig, die Latten möglichst immer parallel zum Großbaum zu legen oder das Segel zu rollen.
Sie vermeiden so ein dauerhaftes Verbiegen und Verdrehen der Segellatten in der Tasche.
Ständiges Scheuern an den Backstagen oder Wanten verletzt die geharzte Oberfläche des Tuches und greift die Nähte an diesen Stelle an.
Gefahr Nr. 3 - Überlastung von Segeltuchen
Bitte beachten Sie unsere Angaben über Maximalbelastungen unserer Segel genau. Ein leichter Spi, der in zu hohen Windgeschwindigkeiten gesetzt wird, verliert in Kürze seine Form, da das leichte Tuch den Belastungen nicht gewachsen ist. Der Spi kann, wenn er nach dem Einfallen wieder zum Stehen kommt, durch den hohen Druck aus den Lieken fliegen!
Auch bei weißen Segeln sollten die von uns angegebenen maximalen Windgeschwindigkeiten nicht überschritten werden.
Überdehnung des Segelvorlieks durch zu hohe Fall- und/oder Cunninghamspannung ist die Hauptursache für das vorzeitige "Ableben" von Segeln.
Gefahr Nr. 4 - Fett, Dreck, Blut und Industriestaub
Verschmutzung selbst schadet zwar dem Segel nicht, läßt aber die Freude am neuen Tuch schnell schwinden.
Achten Sie als Regattasegler darauf, daß Wanten, Mast, Backstagen etc. fett- und schmutzfrei sind.
Nach langen Fahrten zu Regattaorten sollte man vor dem Aufriggen en Mast, bzw. Wanten und Stagen säubern. Auch ein sauberes Deck hilft der Verschmutzung der Segel vorzubeugen.
Bei unachtsamen Ein- oder Auskranen hinterläßt die schmierige Kabeltrosse des Krans oftmals Spuren an Wanten und Fallen, welche später die Ursache für häßliche Flecken im Segel sind. Wenn Sie Ihre Segel reinigen wollen, fangen Sie mit der harmlosesten Methode an:
Kaltes Wasser: Sollten Sie keinen Erfolg haben, probieren Sie es mit lauwarmem Wasser und einer milden Seife oder einem Feinwaschmittel. Kreisende Bewegungen mit einem Schwamm oder einer weichen Bürste auf der verschmutzten Fläche sollten zum Erfolg führen. Falls nicht, nehmen Sie Abstand davon weitere Reinigungsmethoden anzuwenden.
Fettflecken sind nur schwer zu beseitigen. Wir haben ein Fleckenwasser gefunden, das Fettflecken fast vollständig entfernt. Gerne senden wir Ihnen auf Bestellung eine Flasche zu.
Niemals Segel in der Waschmaschine waschen, zum Reinigen geben, oder gar bügeln!
Das Finish des Segels, sowie der UV Schutz der Dacronfaser wird dabei zerstört.
Blutflecken sofort mit kalten Wasser ausspülen.
Gefahr Nr. 5 - UV-Strahlung
UV-Strahlung ist Gift für alle Segeltuche, denn der Alterungsprozeß der Segel wird enorm beschleunigt.
Decken Sie wenn möglich die Segel in geborgenem Zustand immer ab. (Großbaumpersenning, Fockpersenninge am besten die Segel unter Deck in den vorgesehenen Segelsäcken).
Dies gilt besonders für südliche Breiten, in denen de UV-Strahlung bedeutend stärker ist als bei uns.
Gefahr Nr. 6 - Setzen, Bergen, Ausreffen und Wenden
Beim setzen von Segeln ist besonders darauf zu achten, daß das Vorliek nicht durch die Mastnut oder den Einfädler verletzt wird. Der Mann an den Fallen sollte nicht blind reißen, sondern auch die Mastnut bzw. den Einfädler beobachten, ob alles klar läuft.
Beim Bergen nie die Segel am Achterliek herunterziehen, sondern nur am Vorliek!
Beim Wenden ist die Genua das gefährdeste Segel. Genuaschot immer klarieren und rechtzeitig vor der Wende loswerfen, damit eine Berührung, Verhaken an der Sling vermieden wird. Risse im Salingbereich sind die häufigste "Segelverletzung".
Beim Ausreffen unbedingt an das Lösen der Reffbändsel denken. Es ist eine kleine Hilfe die Reffzeisige farig zu wählen.
Beim Reffen selbst erst das Vorliek, dann die Reffleine und zuletzt die Großschot dichtnehmen.
Falls von unserer Seite noch keine Salingverstärkungen eingeklebt oder eingenäht sind, stellen Sie bitte die Position in Ihrer Genua beim Segeln fest und bringen Sie uns das Segel, damit wir Ihnen Patches einkleben oder nähen.
- Wichtig
Auch Achterlieksleinen ("Jakobsleine") können sich beim Wenden in den Wanten oder am Mast verhängen, wenn sie nicht in den dafür vorgesehenen Taschen versorgt sind.
Unsere Achterlieksleinen sind aus sehr reißfesten und dehnungsarmen Materialien gefertigt. Dies kann beim Hängenbleiben in der Wende das Einreißen des Achterlieks zur Folge haben.
Sie können die Regulierleine auch kürzen. Denken Sie aber daran, das Acherliek vorher zu strecken, damit die Leine nicht zu kurz wird.
Wir hoffen, Ihnen mit diesen Tips eine gute Hilfe gegeben zu haben.
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